Patrick Fischer

Die Kultfigur - „Hertibueb“ Patrick Fischer schaffte es als Spieler aus dem EVZ-Nachwuchs in die NHL und als Trainer von Luganos Junioren bis zur Nationalmannschaft.

Patrick Fischer I ist in Zug eine Kultfigur. Er ist im Hertiquartier neben der Zuger Kunsteisbahn aufgewachsen, hat im EVZ-Nachwuchs alle Stufen durchlaufen und gewann 1994 als Elitejunior den ersten Schweizermeistertitel für den EVZ. Er spielte 184x für die Nationalmannschaft und schaffte als erster EVZ-Spieler den Sprung in die NHL. Für die Fans war er „einer von uns“ und längst eine Legende, als seine Nummer 21 nach dem Abschiedsspiel am 4. September 2010 unter das Stadiondach hochgezogen und dort als Retired Number verewigt wurde.

Seine grössten Erfolge hat Patrick Fischer allerdings nicht im EVZ-Dress gefeiert. 1997, ein Jahr vor dem bisher einzigen EVZ-Meistertitel, folgte er seinem damaligen EVZ-Trainer Jim Koleff nach Lugano, weil er mehr Verantwortung übernehmen wollte. Mit den Luganesi gewann er 1999 seinen ersten Meistertitel, mit dem HC Davos 2002 den zweiten.

2003 kehrte er zusammen mit Trainer Sean Simpson und seinen Jugendfreunden und Daniel Giger und Livio Fazio zum EVZ zurück. Schnell begeisterten seine Abschlussqualitäten und seine Spielintelligenz auch die Fans im Hertistadion. Patrick Fischer avancierte zum Leader und Topscorer des EVZ-Teams, das sich mit den Rückkehrern wieder nach vorne orientieren konnte.

Zu den Leistungsträgern gehörte Patrick Fischer auch in der Nationalmannschaft, für die er 184 Länderspiele, sieben Weltmeisterschaften und die olympischen Winterspiele 2002 und 2006 bestritten hat. Damit weckte der EVZ-PostFinance-Topscorer der Saison 2005/2006 (51 Spiele / 59 Scorerpunkte) auch das Interesse der kanadischen Legende Wayne Gretzky, der den EVZ-Stürmer nach den olympischen Winterspielen 2006 zu den Phoenix Coyotes in die NHL lockte. Die NHL-Karriere begann furios mit 10 Scorerpunkten aus 27 Spielen. Sie ging jedoch genauso abrupt zu Ende, weil es mit einer und später sogar zwei gebrochenen Leisten nicht möglich war, die Topleistung abzurufen. Danach lockte ihn St. Petersburg mit einem Millionenvertrag in die KHL, doch dieses Abenteuer ging schon nach 5 Spielen zu Ende. Patrick Fischer fühlte sich nicht wohl, brach die Übung selber ab und setzte die Meisterschaft 2007/2008 mit dem EVZ fort.

In der Saison 2008/2009 war er wie zu alten Zeiten eine der spielbestimmenden Figuren beim EVZ. Doch der über 15 Jahre strapazierte Körper meldete seine Bedenken an. Im Sommertraining 2009 verlor Patrick Fischer die Motivation für das tägliche Training und schockte die EVZ-Verantwortlichen trotz eines weiterlaufenden Vertrags mit dem sofortigen Rücktritt.

Mehr zufällig übernahm er im Herbst 2010 den Job als Assistenztrainers bei den Elitejunioren des HC Lugano, wo sein Sohn Kimi im Nachwuchs spielte. Bereits zwei Jahre später rückte er als Headcoach des Tessiner NLA-Teams auch als Trainer ins Rampenlicht. Und keine drei Monate nach der Freistellung beim HC Lugano im Oktober 2015 wurde er als Headcoach der Nationalmannschaft nominiert. Trotz anfänglichen Unkenrufen wegen fehlender Erfahrung steht er bei den Eisgenossen auch heute noch an der Bande. 

EVZ-Statistik

Anzahl Punkte 330
Anzahl Tore 130
Anzahl Assists 200
Anzahl Spiele 443

Fragen Jubiläumsjahr:

Grösste Erfolge:
Meister mit Lugano 1999 und Davos 2002. 184 Länderspiele. 27 NHL-Spiele.

Was bedeutet für dich der EVZ?
Dieser Verein bedeutet für mich sehr viel. Ich wurde als Spieler und Mensch ausgebildet in vielen verschiedenen Abschnitten meines Lebens: als Kind, Teenager und Profispieler. Das alte Herti war meine 2. Heimat als Bub.

Was war dein schönstes Erlebnis in deiner EVZ-Zeit?
Elite Meister mit all meinen Jugendfreunden!

Was kommt dir bei der Erinnerung an deine EVZ-Zeit als Erstes in den Sinn?
Meine letzte Saison.. es war die emotionalste Saison meiner Karriere. Super Teamgeist und eine unglaubliche Aufholjagd für die Playoff-Qualifikation.

Was ist die lustigste Anekdote aus deiner EVZ-Zeit?
Ohh.. da gibt es viele! Ich denke, als ich voller Wucht an den Pfosten fuhr ohne fremde Einwirkung...

Was ich noch sagen wollte:
Ich bedanke mich bei all meinen Coaches in meiner Nachwuchszeit: Kusi Müller, Paul Müller, Beat Fridli, Zdenek Volejnicek, Leo Schumacher. Ihr wart die Besten! Herzlichen Dank!