René Straubhaar

Fragen zum Jubiläumsjahr:

 

Was bedeutet für dich der EVZ? Schon mein halbes Leben lang hat der EVZ mich begleitet, im Sport und im Beruf. Ich war immer mit Leib und Seele dabei!

 

Was war dein schönstes Erlebnis in deiner EVZ-Zeit? Der Aufstieg in die NLA in der Saison 1975/76!

 

Was kommt dir bei der Erinnerung an deine EVZ-Zeit als Erstes in den Sinn? Als ich als Torhüter-Trainer Schweizermeister mit der 1. Mannschaft wurde und die 23 Jahre als Nachwuchs-Torhüter-Trainer.

 

Was ist die lustigste Anekdote aus deiner EVZ-Zeit? Mein Karriere-Start beim EVZ war der ''Hockeyausrüstungs-Striptease'' im Casino Zug mit Kurt Felix! 

 

Was ich noch sagen wollte: Dankeschön für die schöne Zeit beim EVZ!

Der Aufstiegshexer - Torhüter René Straubhaar hexte den EVZ 1976 in die NLA und wurde nach dem Aufstieg trotzdem durch „Hexer“ André Jorns ersetzt.

Nur die Verletzung vom Stammgoalie Gérald Rigolet verhinderte in der Saison 1974/75 den direkten EVZ-Durchmarsch von der ersten Liga in die Nationalliga A. Der in der Personalnot für die Aufstiegsrunde verpflichtete Rollhockeygoalie Jürg Furrer vermochte den einstigen Helden der Nationalmannschaft nicht annähernd zu ersetzen. Umso weniger verstanden es die EVZ-Fans, dass der überforderte Notnagel für den nächsten NLA-Anlauf in der Saison 1975/76 im Tor bleiben durfte.

Das dachte sich wohl auch René Straubhaar, der als designierter Torhüter Nummer 2 vom EHC Olten zu den Zugern wechselte. „Ich wollte zu einem B-Klub mit Ambitionen und Zug hatte damals einen super Namen. Zudem durfte ich mit berechtigte Hoffnungen auf einen Stammplatz machen.“

Es dauerte länger als erwartet, bis er sich gegen seinen schwächeren Widersacher durchsetzen konnte, weil die überdurchschnittlich besetzte Zuger Mannschaft auch mit einem unterdurchschnittlichen Goalie meistens als Sieger vom Eis ging. Erst nach einer miserablen Leistung Furrers kam Straubhaars Chance – und die packte er!

In den restlichen 21 Spielen gab René Straubhaar seinen Platz nicht mehr her und hexte die Zuger zum erstmaligen Aufstieg in die höchste Liga. Auch beim denkwürdigen 7:6-Sieg im letzten und entscheidenden Spiel im Zürcher Hallenstadion stellte er seinen Mann.  Der 2. März 1976 war der Höhepunkt in seiner sportlichen Karriere.

Der Aufstiegsheld im Tor hoffte zu Recht auf einen Stammplatz in der höchsten Liga – und wurde bitter enttäuscht.  Der Schock kam aus der Zeitung: Im Zuger Tagblatt las René Straubhaar nur ein paar Tage später die Meldung von der Verpflichtung von André Jorns. Der EVZ hatte schon vor dem Aufstieg den Deal klargemacht und Ambri den aktuellen Torhüter der Nationalmannschaft abgeluchst, der sich im Tessin mit spektakulären Leistungen den Spitznamen „Hexer“ erworben hatte.

René Straubhaar blieb noch eine Saison als Nummer 2 hinter André Jorns beim EVZ und musste miterleben, wie der mit Vorschusslorbeeren überhäufte Aufsteiger Ende Saison völlig unerwartet den Weg zurück in die Nationalliga B antreten musste. 1977 wechselte er zum Ligakonkurrenten ZSC, 1981 führte er Grindelwald zum Aufstieg in die Nationalliga B, 1986 beendete er seine Aktivkarriere. Die berufliche Zeit danach verbrachte er als EVZ-Goalietrainer und KEB-Eismeister wieder in Zug, am Ort seiner grössten Enttäuschung.