Reto Stuppan ✝

Oski Hubers Erinnerungen an Reto Stuppan:

Beim EVZ: 1972/1973-1977/1978 

Grösste Erfolge: Aufstieg mit dem EVZ in die NLB (1974) und in die NLA (1976). 7 Länderspiele 

„Ich habe Stuppi bewundert“

Wie ist Reto Stuppan als Spielertrainer bei dir angekommen?

Oski Huber: Ich war damals ein Fan von Spielertrainern und habe ihn als junger Spieler bewundert. Sein Einsatz war immer hundertfünfzig Prozent. Taktisch ist zwar nicht viel gelaufen, aber er sagte schon jedem Spieler, was er zu tun hat. Ich wollte immer so gut werden wie Stuppan, Jenni oder Probst, die von der Nationalliga A zu uns in die erste Liga gekommen sind. Das war mein ständiger Antrieb.

Stuppan war ein Trainer der alten Schule, der einen Spieler auch mal einschüchtern konnte…

Oski Huber: Das stimmt. Er konnte schon bellen. Aber ich hatte immer lieber einen Trainer, der klar und deutlich seine Meinung sagt, als einen Schweiger. Am meisten hat er sich jeweils geärgert, wenn ihm im Spiel selber ein Fehler unterlaufen ist. Er wollte immer der Beste sein.

Nach dem Aufstieg in die NLA 1976 hat man Stuppan vom Spielertrainer wieder zum Spieler gemacht und ihm als Trainer das Vertrauen entzogen – warum eigentlich?

Oski Huber: Das wussten wir auch nicht. Die Mannschaft stand hinter Reto Stuppan und nicht hinter Jorma Peltonen, der nicht einmal richtig deutsch sprechen konnte. Dieser Entscheid hat einen Knick im Team verursacht und ist für mich der Hauptgrund, warum wir ein Jahr später wieder abgestiegen sind!

Reto Stuppan, Heinz Jenni und René Bachmann (von links) lassen sich nach dem ersten NLA-Aufstieg 1976 über dem Zuger Landsgemeindeplatz feiern.

Der Antreiber - Reto Stuppan trieb den EVZ als Spielertrainer von der ersten Liga in die Nationalliga A.

Der Bündner Haudegen kam auf die Saison 1972/73 vom NLA-Klub Genf-Servette in die Zentralschweiz und nahm von der ersten Minute an das Heft in die Hand. Er war der Antreiber des EVZ auf dem Weg von der ersten Liga in die Nationalliga A.

Als einer der letzten Spielertrainer vermochte er auch in dieser Doppelrolle zu überzeugen. Seine fordernde Art und hohen Ansprüche als Trainer lebte er auf dem Eis als Spieler selber vor. Er war nicht nur der beste Verteidiger, sondern auch das kämpferische Vorbild im Hertistadion.

Ausgerechnet nach seinem grössten Triumph, dem NLA-Aufstieg 1976, glaubten die Klubverantwortlichen nicht mehr an den „doppelten Stuppan“. Der wichtigste Verteidiger sollte sich in der ersten Zuger NLA-Saison ganz aufs Spielen konzentrieren können. Die mehr oder weniger unveränderte Aufstiegsmannschaft war geschockt, der Finne Jorma Peltonen als Spielertrainer überfordert und der hochgelobte Aufsteiger musste Ende Saison den Weg zurück in die Nationalliga B antreten.

Nach sechs intensiven Jahren verliess ein mehr oder weniger enttäuschter Reto Stuppan 1978 den EVZ und hängte in Olten und bei den Grasshoppers noch drei Saisons als Spielertrainer an. Danach fokussierte er sich auf seine selbständige berufliche Tätigkeit im Bereich Hotelbedarf und Grossküchen.

Als er mit alten EVZ-Kollegen am 16. Mai 2007 seinen 60. Geburtstag feierte, lebte er bereits mit der Hiobsbotschaft „Hirntumor“. Am 27. Dezember 2007 verlor er in der Klinik Hirslanden in Cham den Kampf gegen die tödliche Krankheit, im Alter von erst 60 Jahren.  

Meine EVZ-Statistik

Anzahl Punkte

0153

Anzahl Tore

0081

Assists

0072

Anzahl Spiele

0158