Paul DiPietro

«Jesus of Hockey» - Für die EVZ-Fans ist Paul DiPietro die Kultfigur in der EVZ-Geschichte.

Wer von den Fans den Beinamen „Jesus“ erhält, muss Überirdisches geleistet haben. Die Karriere des kanadischen Stürmers ist denn auch von aussergewöhnlichen Zahlen und Erfolgen geprägt: Stanley Cup-Sieger 1993, 223 NHL-Spiele für Montreal, Toronto und Los Angeles, 11 Saisons mit 573 Spielen und 487 Scorerpunkten für den EVZ, 67 Länderspiele für die Schweiz, zweifacher Torschütze beim legendären 2:0-Sieg der Schweizer gegen Kanada an der Olympiade 2006 in Turin! 

1998, in der Saison nach dem bisher einzigen EVZ-Meistertitel, machte der Name Paul DiPietro erstmals Schlagzeilen im Schweizer Eishockey. Der vom DEL-Klub Kassel Huskies zum Dorfverein Ambri gestossene 28-jährige Stürmer erreichte in seiner ersten NLA-Saison an der Seite des Russen Oleg Petrov die magische Zahl von 100 Scorerpunkten. Für den EVZ Grund genug, den begehrten Scharfschützen auf die andere Seite des Gotthards zu locken und ihn mit einem Mehrjahresvertrag auszustatten.

Fünf Saisons stürmte Paul Di Pietro für den EVZ, bis er 2004 als Ausländer nicht mehr für gut genug befunden und nach Chur in die NLB abgeschoben wurde. Doch schon eine Saison später trug der Publikumsliebling im Hertistadion wieder das EVZ-Dress. Grund: Durch die Heirat mit einer Schweizerin hatte er den Schweizer Pass erhalten und zählte nicht mehr zum Ausländerkontingent. Der neuerdings schweizerisch-kanadische Doppelbürger rechtfertigte das Vertrauen und brachte nochmals sechs Saisons lang die von ihm erwarteten Scorerpunkte. Dank dem Schweizer Pass wurde er trotz 36 Jahren sogar noch in die Schweizer Nationalmannschaft aufgeboten.

Nach insgesamt 11 Saisons folgte 2011 der zweite Abschied vom EVZ. Doch „Päuli“ hatte auch mit 41 Jahren noch nicht genug und hängte nochmals drei Saisons an, mit Gastspielen in Sierre, Langnau, Seewen, Lugano und Olten. Erst mit 44, nach 24 Profisaisons und über 1400 Einsätzen in vier Ländern und 8 verschiedenen Ligen, spürte er es nicht mehr in sich, wie er damals erklärte, und gab seinen Rücktritt vom Eishockeysport bekannt.

Dass der Stanley Cup-Sieger in Zug zur Kultfigur wurde, liegt aber auch an seiner Verbundenheit mit den Fans, an seinem Humor und an seiner Leidenschaft für den Eishockeysport. Als er am 22. März 2011 in der ausverkauften BOSSARD Arena mit einer minutenlangen Standing Ovation verabschiedet wurde, hatte nicht nur der gefeierte Spieler Tränen in den Augen. Heute ist der mittlerweile 46-jährige DiPietro als Scout und Special Coach immer noch für „seinen“ EVZ tätig.

EVZ 08.03.2017

«All Time Favourite 50» - Paul DiPietro

Fragen Jubiläumsjahr:

Beim EVZ:
1999-2004 und 2005-2011

Grösste Erfolge:
Stanley Cup-Sieger 1993, 67 Länderspiele für die Schweiz

Was bedeutet der EVZ für dich?
Der EVZ ist für mich wie eine grosse Familie. 

Was war dein schönstes Erlebnis in deiner EVZ-Zeit?
Ich konnte viele wichtige Erfahrungen in vielen grossartigen Playoff-Serien machen. Alleine schon, täglich in die Eishalle zu kommen, genoss ich sehr. Vor allem werde ich aber den Tag nie vergessen, als ich mein letztes Spiel im Zuger Trikot vor den Fans gespielt habe.

Was kommt dir bei der Erinnerung an deine EVZ-Zeit als Erstes in den Sinn?
Es gab eine Zeit, da dachte ich, dass wir die schlimmsten Trikots hatten, die ich je gesehen habe ;) Auf jeden Fall sind es aber die langjährigen Freundschaften mit den Spielern, die ich über die Jahre in Zug schliessen konnte. 

Was ist die lustigste Anekdote aus deiner EVZ-Zeit?
Das war als unser damaliger Trainer Rauno Korpi zu unserem Verteidiger Jakub Horak sagte, dass er härter spielen soll und ihm dabei ins Gesicht schlug. Daraufhin schlug Jakub zurück, so fest, dass unser Coach einen roten Händeabdruck im Gesicht hatte.  

Was ich noch sagen wollte:
Meine 11 Jahre beim EVZ waren die besten meiner Eishockey-Karriere!

EVZ-Statistik

Anzahl Punkte 487
Anzahl Tore 187
Anzahl Assists 300
Anzahl Spiele 573