Beat Landtwing

Der erste Zuger in der höchsten Liga - Beat Landtwing schaffte 1967 den Sprung von der zweiten Liga in die Nationalliga A.

Im November 1967 startete der neu gegründete EVZ auf der Zuger Kunsteisbahn in seine erste Saison in der zweiten Liga. Einer der Zuger Pioniere, die unter dem alten Namen Baarer Schlittschuhklub die Eishockeybegeisterung im Kanton entfacht hatten, war bei dieser Premiere schon nicht mehr dabei: Beat Landtwing wechselte auf die Saison 1967/1968 zum damaligen NLA-Spitzenklub Zürcher SC und bleibt damit für immer der erste Zuger Eishockeyspieler in der höchsten Liga! Zwei Saisons stürmte der schnelle und wendige Flügel für die Zürcher und genoss die oft hitzige Atmosphäre im alten und stets rauchgefüllten Hallenstadion. Ein paar tausend Franken gab’s für 3-4 Abendtrainings und ein Spiel pro Woche – das alles selbstverständlich neben einer hundertprozentigen beruflichen Beschäftigung.

Nach dem EVZ-Aufstieg 1969 in die erste Liga kehrte der Ur-Zuger als willkommene Verstärkung zu seinem Stammklub zurück. Von 1969-1973 gehörte er zu den torgefährlichsten Stürmern seiner Mannschaft und hätte zum Abschluss seiner Karriere beinahe noch den nächsten EVZ-Aufstieg miterlebt. Doch in seinem letzten Spiel verpassten die Zuger vor 7200 Fans im vollgepferchten alten Hertistadion mit einem 4:4 gegen Arosa den nächsten Sprung nach oben. Beat Landtwing trat danach vom Aktivsport zurück und widmete sich seiner beruflichen Karriere.

Neben dem Eis begleitete der eishockeybegeisterte Zuger seinen Klub bis in die Gegenwart. Von 1981 bis 1986 war er Mitglied im Vorstand und verantwortlich für die Finanzen. Zusammen mit Roger Mathez gründete er damals auch die Senioren- und später die Veteranen-Mannschaft des EVZ und blieb bis ins hohe Alter von 58 Jahren selber aktiv. Seither verfolgt Beat Landtwing das EVZ-Geschehen gleichermassen interessiert von der Tribüne aus. 

EVZ-Statistik

Anzahl Punkte 35
Anzahl Tore 35
Anzahl Spiele 77

EVZ 25.01.2017

«All Time Favourite 50» - Beat Landtwing

Fragen Jubiläumsjahr:

Beim EVZ
1969-1973

Grösste Erfolge:
2 NLA-Saisons mit dem Zürcher SC. Aufstieg mit dem EVZ in die 1. Liga 1969.

Was bedeutet für dich der EVZ?
Vom Baarer Schlittschuh Club (BSC) kam ich über den ZSC in der Saison 1969/70 zum EVZ. In der ersten 1.Liga Saison wurden wie gleich Meister. Besonders beeindruckt hat mich die Kameradschaft, der familiäre Umgang und der stets grosse Zuschaueraufmarsch. Von Anfang an hatte der EVZ eine überragende Bedeutung als Sportverein in der Region Zug. Da damals noch viele Spieler aus Baar, Zug und Umgebung stammten, wurden wir vom Publikum förmlich getragen.

Was war dein schönstes Erlebnis in deiner EVZ-Zeit?
Eine tolle Sache war sicher das Entscheidungsspiel um den Gruppenmeister gegen Urdorf im Februar 1970. Wir gewannen das Spiel  8:4 und auf der damals noch offenen Eisbahn feierten die grosse Zahl von 2200 Zuschauer mit uns.

Was kommt dir bei der Erinnerung an deine EVZ-Zeit als Erstes in den Sinn?
Lebhaft erinnere ich mich an das Eröffnungsturnier auf der KEB im Jahre 1967. Ich glaube das Turnier hiess der „Victoria-Cup“. Als Verstärkung durfte ich beim EVZ mitmachen und als junger „Schnufer“ (Übername Mötteli) als Flügel an der Seite von Orville Martini, Young Sprinters Neuenburg, wahrscheinlich der damals bekannteste Kanadier in der Schweiz, seine messerscharf genauen Pässe empfangen!

Was ist die lustigste Anekdote aus deiner EVZ-Zeit?
Als der seinerzeitige Goali-Star und Nati-Torhüter Rigolet zu uns stiess, hatte ich einen so grossen Respekt, dass ich im Training beim Penaltyschiessen kein Tor schiessen konnte. Gérald war natürlich auch „sackstark“.

Was ich noch sagen wollte?
Eishockey in Zug war und ist eine grossartige Sache. Meine Frau habe ich durch das Eishockey kennengelernt. Infolge beruflicher Fortbildung gab ich den Leistungssport früh auf und spielte noch einige Jahre in der zweiten Mannschaft (2. Liga). Für den EVZ war ich auch über 10 Jahre als Schiedsrichter im Einsatz. Später gründete ich zusammen mit Roger Mathez die Senioren- und noch später die Veteranen-Mannschaft! Während der sportlich und finanziell schwierigen Zeit amtete ich während fünf Jahren als Finanzvorstand unter dem Triumvirat (Georges Keiser, Josef Havlik, Louis Wettstein).