Philipp Neuenschwander

EVZ-Legende ohne Meistertitel: Philipp Neuenschwander war in den Achtziger- und Neunzigerjahren das EVZ-Aushängeschild. Zur Krönung seiner Karriere fehlte nur der Meistertitel.

Sandro Bertaggia und Philipp Neuenschwander waren nicht nur Jugendfreunde. Beide starteten ihre langjährige NLA-Karriere im EVZ-Nachwuchs und standen als erste waschechte Zuger in der A-Nationalmannschaft. Nur: Im Gegensatz zu Verteidiger Bertaggia (6 Titel mit Lugano) blieb Stürmer Neuenschwander die Krönung der erfolgreichen Karriere verwehrt. Nach dem zweiten Vizemeistertitel 1997 trat er vom Aktivsport zurück – ein Jahr später wurde der EVZ das bisher einzige Mal Schweizermeister.

Dafür hat der Name Neuenschwander beim EVZ die tieferen Spuren hinterlassen. Vater Ruedi Neuenschwander, der mit seiner Familie 1964 vom Kanton Bern nach Zug umgezogen war, gehörte zu den EVZ-Spielern der ersten Stunde. 1964 ist auch das Geburtsjahr von Sohnemann Philipp, der schon als Dreijähriger die Spiele seines Vaters verfolgte und im Alter von 15 Jahren selber den Sprung in die erste EVZ-Mannschaft schaffte.

Der grossgewachsene und torgefährliche Flügelstürmer erlebte mit dem EVZ den Abstieg in die erste Liga und den sofortigen Wiederaufstieg in die Nationalliga B. 1986 – der EVZ hatte gerade noch den Ligaerhalt geschafft – suchte er eine grössere Herausforderung und wechselte zum HC Davos in die Nationalliga A. Der Flachländer vermochte sich auch in den Bündner Bergen durchzusetzen und kam am 28. Oktober 1987 gegen Kanada zu seiner Länderspiel-Premiere.

Ein Jahr nach dem überraschenden EVZ-Aufstieg in die höchste Liga (1987) kehrte der verlorene Sohn wieder zu seinem Stammklub zurück, zum EVZ, zum Klub seines Herzens. Diese emotionale Verbindung war auch der Grund, weshalb er sich 2001, vier Jahre nach seinem Rücktritt, bereit erklärte, in einer schwierigen Zeit das Amt des Sportchefs zu übernehmen. Als Spieler gab Philippe Neuenschwander 15 Saisons alles für den EVZ. Als Sportmanager, wie sein offizieller Titel hiess, musste er nach drei Saisons (2001-2004) wieder gehen. Seine Liebe zum EVZ ist deswegen nicht zerbrochen. Und beruflich musste sich der Altinternationale, der heute als Verkaufsleiter für ein Zuger Unternehmen tätig ist, auch keine Sorgen machen. 

EVZ 19.04.2017

«All Time Favourite 50» - Ruedi und Philipp Neuenschwander

EVZ-Statistik

Anzahl Punkte 387
Anzahl Tore 223
Anzahl Assists 164
Anzahl Spiele 546

Fragen Jubiläumsjahr:

Beim EVZ:
1980-1986, 1988-1997

Grösste Erfolge:
Vizemeister mit dem EVZ 1995 und 1997, 53 Spiele und 8 Tore für die Nationalmannschaft

Was bedeutet für dich der EVZ?
Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich von den Fans des EVZ in die All Time Favourite 50 gewählt wurde. Noch mehr freut es mich, dass mein Vater, der in den Gründerjahren beim EVZ spielte, ebenfalls erkoren wurde. Der EVZ ist und war immer ein grosser Bestandteil meines Lebens.

Was war dein schönstes Erlebnis in deiner EVZ-Zeit?
Als ich im Jahr 1979 mit 15 Jahren in die 1. Mannschaft kam, wurde für mich ein Traum wahr. Mit den Grossen wie Reto Dekumbis, Heinz Jenni, Jean Bernier, Jorma Peltonen, etc. vor tausend Fans zu spielen. Die absolut schönste Zeit waren meiner Meinung nach die Saisons 93/94 und 94/95. Unser Team war absolut genial und wir hatten die richtige Mischung aus Konkurrenz und Zusammenhalt im Team. Die Fans waren genial und an den Heimspielen vibrierten die Hallenwände. Wie man im Sport so schön sagt, liegen Freud und Leid meist sehr nahe beieinander. So war die Saison 96/97, als wir im Final gegen Bern verloren, meine grösste Enttäuschung. Denn es war gleichzeitig auch mein letztes Spiel für den EVZ.

Was kommt dir bei der Erinnerung an deine EVZ-Zeit als Erstes in den Sinn?
Gerne denke ich an die Anfangsjahre bei den Junioren zurück. Jede freie Minute verbrachten wir Jungs auf der Eisbahn. Wir kamen am Mittag von der Schule nach Hause, haben kurz etwas gegessen und gingen dann aufs Eis, um dann direkt wieder in die Schule zu rennen. Es war eine herrliche Zeit, die ich nie vergessen werde. 

Was ist die lustigste Anekdote aus deiner EVZ-Zeit?
Lustige Momente gab es natürlich viele. Speziell war sicherlich die Fähigkeit von einigen unserer Spieler, wenn es darum ging, nach einem Fest den Heimweg zu finden. Mehr sollte man dazu nicht sagen...

Was ich noch sagen wollte:
Ich verfolge nun den EVZ seit über 40 Jahren und es freut mich, dass ich durch Noah (den Sohn meiner langjährigen Partnerin) immer noch am Puls des Geschehens bin. Speziell hervorheben möchte ich die Fans und die ganze Region, die den EVZ seit Jahren tatkräftig unterstützen. Ohne euch würde es den EVZ nicht geben. Ihr seid es, die dem „EVZ-Stier“ die Kraft und Energie verleihen um erfolgreich zu sein. Jeder Erfolg des EVZ ist auch euer Erfolg.