Walter Wipf

Der erste Toptransfer - Die Verpflichtung von Spielertrainer Walter Wipf im Frühling 1968 war der erste Toptransfer in der EVZ-Geschichte. 

Mit einem dritten Platz in der 2. Liga beendete der EVZ die Saison 1 nach der Vereinsgründung im Mai 1967 und der Eröffnung der Kunsteisbahn im November 1967. Man hatte Appetit auf mehr, und so lockte der damalige TK-Chef Hans Schumpf bereits im zweiten Vereinsjahr einen ganz dicken Fisch nach Zug: Walter Wipf! Der 33-jährige Verteidiger gehörte zum erlauchten Kreis der Nationalspieler und war mit Kloten gerade Meister geworden. Zudem hatte er das Trainerdiplom im Sack und erklärte sich trotz NLA-Angeboten als Spieler bereit, beim EVZ in der vierthöchsten Liga als Spielertrainer Aufbauarbeit zu leisten.

Schon beim Amtsantritt machte Walter Wipf kein Geheimnis aus seinen Ambitionen: Der sofortige Aufstieg in die erste Liga war sein erklärtes Ziel. Um dieses Ziel auch sicher zu erreichen, nahm er mit Jacques Bräm und Rudolf Bücheler gleich noch zwei Klotener Teamkollegen in die Zentralschweiz mit. Den Worten folgten Taten: Sowohl die Meisterschaft wie auch die anschliessende Aufstiegsrunde beendeten die Zuger auf Platz 1, der erste Schritt nach oben war gemacht.

In der 1. Liga stand Aufsteiger EVZ nach der Regular Season 1969/70 erneut auf Platz 1 und qualifizierte sich problemlos für die Aufstiegsrunde. Doch als Walter Wipf seine Mannschaft über die Mehrbelastung in der NLB informierte, sprachen sich drei Viertel der Spieler gegen einen erneuten Aufstieg aus. Die Leistung in den Aufstiegsspielen war dementsprechend bescheiden. Der Klotener hat heute noch Verständnis für das damalige Abstimmungsergebnis, das nie an die Öffentlichkeit gedrungen ist: „Der Klub war erst ja zwei Jahre alt und eigener Nachwuchs nicht vorhanden.“

Deshalb deklarierten die EVZ-Verantwortlichen die Saison 1970/71 als Aufbaujahr, in dem sich der junge Verein in der ersten Liga etablieren und im Nachwuchsbereich aktiver werden sollte. Mit einem dritten Rang wurde die Aufstiegsrunde diesmal knapp verpasst und Walter Wipf verliess nach drei Jahren wie angekündigt den EVZ. „Drei Jahre beim gleichen Verein sind genug“, meinte der Zürcher, der seinen EVZ-Job nebenberuflich erledigt hatte und immer zwischen Kloten und Zug hin- und hergependelt war. Ein Jahr später führte er Wallisellen als Spielertrainer in die erste Liga, danach kehrte er zu den Senioren seines Stammklubs zurück und übernahm Traineraufgaben im Nachwuchsbereich.

Unglaublich, aber wahr: Walter Wipf ist heute noch im Klotener Nachwuchs tätig und steht auch mit 82 Jahren noch fast täglich auf dem Eis. Vor einem Jahr habe er ein künstliches Hüftgelenk erhalten und habe deshalb ein paar Wochen pausieren müssen, sonst sei er die letzten 75 Jahre immer auf dem Eis gewesen, erzählt er lachend. Er bringt jungen Kids heute noch das richtige Schlittschuhlaufen bei und wird nicht müde von der Ausbildungsarbeit: „Ich renne eben nicht auf dem Eis, ich gleite. Und wer richtig gleitet, ist schneller und wird weniger müde…“ 

EVZ-Statistik

Anzahl Punkte 28
Anzahl Tore 28
Anzahl Spiele 41

Fragen Jubiläumsjahr:

Grösste Erfolge: Schweizermeister mit Kloten 1968. Austieg mit dem EVZ in die 1.Liga 1969.

Was bedeutet der EVZ für Sie?
Gute Erinnerungen an drei tolle und erfolgreiche Jahre. Ich verfolge das EVZ-Geschehen heute noch, schliesslich spielen beim EVZ auch ehemalige Klotener wie Dominic Lammer oder Reto Suri, die bei mir in der Hockeyschule gewesen sind…

Was sind die schönsten Erlebnisse Ihrer Zuger Zeit?
Natürlich der Aufstieg in die erste Liga in der Saison 1968/69. Schon damals sind bis 3000 Zuschauer zu unseren Spielen gekommen. Und einmal folgten uns mehrere hundert Fans mit einem Extrazug nach Bellinzona.

Erzählen Sie uns noch eine spezielle Anekdote…
Speziell waren unsere Trainingscamps im Ausland. Einmal waren wir in Ungarn und haben dort gegen den Meister und Vizemeister gespielt. Auf dem Rückflug haben wir mit dem Piloten im Cockpit Torte gegessen - als Klotener habe ich damals viele Piloten persönlich gekannt.

Waren Sie schon mal in der BOSSARD Arena?
Ja, schon dreimal. Am Interessantesten war für mich eine Stadionführung. Als ehemaliger Elektriker und „Telefönler“ hat mich vor allem das technische Innenleben interessiert.