Lutz, welcher in Cham bgleitend auch die KV-Ausbildung am OYM College absolvierte, wusste nach seiner ersten Saison in Nordamerika genau, woran er in diesem Sommer arbeiten wollte. Sein Hockey-IQ und seine technischen Fähigkeiten gehören zu seinen grossen Stärken. Doch um diese auf OHL-Niveau noch konstanter zur Geltung zu bringen, fehlte ihm bislang teilweise die körperliche Basis.
«Ich habe im letzten Jahr hier in Nordamerika gemerkt, dass es körperlich sicherlich noch einen Schritt für mich zu machen gibt», sagt Lutz. «Ich konnte im Spiel ab und an technisch gar nicht all meine Fähigkeiten nutzen, weil mir der körperliche Gap, um mich durchzusetzen, noch gefehlt hat.» Diese Erkenntnis wurde zum Antrieb für die Sommermonate. Lutz kam mit klaren Zielen ins OYM und nahm die Vorbereitung entsprechend intensiv in Angriff.
Drei Monate Vollgas im OYM
Während drei Monaten arbeitete der Stürmer konsequent an seiner körperlichen Entwicklung. «Die drei Monate im OYM in diesem Sommer waren riesig für mich», sagt Lutz. Neben der Arbeit abseits des Eises konnte er auch auf dem Eis von den Möglichkeiten beim EVZ profitieren. Besonders wertvoll waren dabei die Einheiten mit dem NL-Team. Zu Beginn des Sommers arbeitete Lutz häufig mit Ted Suihkonen, später auch mit Teilen des National-League-Coaching-Teams oder Reto Suri. «Die Trainings mit den Profis gaben ihm einen direkten Einblick in die Intensität, die ihn auch in Nordamerika erwartet.»
«Ich wollte viel im körperlichen Bereich arbeiten. Dabei hat mir die Zweikampfintensität mit der ersten Mannschaft nochmals ein anderes Niveau gezeigt», erklärt Lutz. «Ich konnte hier sehr viel lernen – nicht nur im physischen Bereich, sondern auch in den technischen Bereichen des Zweikampfs.»
Auch die Ernährung war ein wichtiger Bestandteil seiner Vorbereitung. Durch seine beiden Jahre im OYM hatte Lutz diesbezüglich bereits Erfahrungen gesammelt und konnte diese im Sommer weiter vertiefen. Denn mit zunehmendem Alter und auf dem Weg zum Profisport wird auch die Eigenverantwortung immer wichtiger. «Hier in Nordamerika ist man viel mehr auf sich selbst gestellt. Die Qualität der Lebensmittel oder in den Restaurants ist hier auf einem weniger guten Standard. Da hilft mir nun diese Erfahrung sehr.»
Wie stark sich die Arbeit im Sommer tatsächlich auf sein Spiel auswirkt, konnte Lutz bereits in den drei Pre-Season-Spielen (alle siegreich gestaltet) mit den Petes feststellen. «Ich merkte schon, dass die Kraft, welche ich im Sommer zulegen konnte, auf dem Eis hilft.» Vor allem in Situationen, in denen es darum geht, sich gegen einen Gegenspieler durchzusetzen und anschliessend Raum zu gewinnen, spürt Lutz einen Unterschied. «Durch meine körperliche Entwicklung, gerade auch die Speedentwicklung, kann ich mich nun viel schneller und besser von Gegnern trennen oder mir nach einem Battle Raum verschaffen», erläutert Lutz. «Auch im Umschaltspiel hilft mir der körperliche Vorteil.» Der in Lachen geborene Stürmer kam in allen Testspielen in der ersten Linie zum Einsatz, ein grosser Vertrauensbeweis.
Mehr Verantwortung bei den Petes
In seiner zweiten Saison in Peterborough ist für Lutz ohnehin eine andere Rolle als noch letzte Saison vorgesehen. «Ich konnte im ersten Jahr sehr viel lernen und hinter den etablierten Spielern auch mal eine ‹einfachere› Rolle übernehmen», erklärt Lutz. «Dieses Jahr heisst es definitiv, mehr Verantwortung zu übernehmen. Das erwarten die Coaches, das erwarte ich auch von mir selbst.»
Auch die Ziele der Mannschaft sind klar. Der zehnfache OHL-Champion will um den Titel spielen. Gleichzeitig hat Lutz mit dem NHL-Entry-Draft im kommenden Sommer ein persönliches Ziel vor Augen. «Ich denke natürlich nicht jede Minute daran, aber man hat es schon ein wenig im Hinterkopf. Es stellt zusätzlich eine gesunde Motivation dar.»