Am Samstag kommt es zur Wiederauflage der Playoff-Finals der vergangenen beiden Saisons in der PostFinance Women’s League: SC Bern gegen das EVZ Women’s Team. Den jüngsten Final entschieden wir bekanntlich für uns. Nach den ersten Partien der laufenden Saison sind beide Teams bereits wieder vorne dabei. Der EVZ steht auf Platz 2, die Bernerinnen auf Rang 4. Vor der Partie gegen den EVZ steht für Bern am Donnerstag noch das Auswärtsspiel in Neuchâtel auf dem Programm.
Das EVZ Women’s Team trifft am Samstag auswärts auf den SC Bern. Im Zentrum steht Liga-Topskorerin Mira Seregély, die sich im Zuger Team sehr wohlfühlt.
UNSER EVZ
Die auffälligste Spielerin der ersten Meisterschaftswochen trägt ein EVZ Dress: Mira Seregély. Die ungarische Nationalstürmerin führt die Skorerliste der Liga mit elf Punkten aus vier Partien an. «Ich fühle mich sehr willkommen und wohl im Team – man sieht das auch daran, wie ich spiele», sagt sie. Die 23-Jährige stiess im Sommer vom HK Budapest zum EVZ. Nach einem Jahr in Ungarn wollte sie wieder im Ausland spielen: Zuvor war sie sechs Jahre lang in Nordamerika engagiert gewesen. Die Gespräche mit EVZ Head Coach Daniela Diaz seien schnell konkret geworden. «Die Organisation hat sich sehr um mich bemüht. Ausserdem ist der EVZ Titelverteidiger und sehr ambitioniert – das bietet mir die Chance, Erfolge zu feiern.» Ein vertrautes Gesicht im Zuger Team gibt es ebenfalls: Mira Seregély kennt Rahel Enzler bereits vom College, die beiden spielten während dreier Saisons zusammen für die University of Maine in der NCAA.
Dorthin war Mira Seregély einst über einen Umweg gelangt. Aus Ungarn direkt in den Fokus von US-Colleges zu geraten, sei schwierig, sagt sie; deshalb ging sie zunächst nach Kanada. «Ich habe dort sehr viel über mich gelernt. Mit 16 in einem fremden Land war es nicht immer leicht, aber ich konnte als Persönlichkeit wachsen.» Bei ihrem aktuellen Auslandabenteuer steht die Entwicklung als Eishockeyspielerin im Vordergrund. «Das Niveau hier ist sehr hoch – auch im Training: Daniela fordert uns jeden Tag», sagt Mira Seregély. Gefordert ist derzeit das ganze Team, auch wegen der vielen Verletzten. «Es ist immer schwierig, wenn man viele Absenzen hat. Aber wir kämpfen auch für sie», sagt die Ungarin. Wie ernst sie diesen Teamgedanken nimmt, zeigte sich Anfang der Woche, als sie Sini Karjalainen nach deren Verletzung ins Spital begleitete. Die finnische Verteidigerin musste sich am Dienstag einer Kreuzbandoperation unterziehen
Kein Wunder, dass Mira Seregély die erste Trägerin von «Timmy» war. So lautet der Name der teaminternen Auszeichnung, die nach jeder Partie jener Spielerin verliehen wird, die sich besonders um das Team bemüht und sich für andere eingesetzt hat. Mira Seregély erhielt sie nach der Auftaktpartie in Neuchâtel von Video Coach Kristina Kontny überreicht. «Der Zusammenhalt ist sehr wichtig», sagt sie und ergänzt: «Man gewinnt und verliert nur zusammen.»
Neben dem Eis entdeckt sie ihre neue Umgebung. Sie kocht und backt gerne in der Wohnung in Cham. Zudem freut sich die leidenschaftliche Wanderin darauf, die Schweiz besser kennenzulernen – allerdings erst nach der Saison. Denn zunächst gilt es für sie und das EVZ Women’s Team, das Double erfolgreich zu verteidigen. Ein Sieg am Samstag in Bern soll auf dem Weg dazu das Selbstvertrauen stärken (14 Uhr, PostFinance Arena).
